Bewegen über Stock & Stein
Gut, nicht jedermanns Sache, aber sicher mit einem ordentlichen Trainingseffekt ;-)
Gruß,
MikeTheBlogger
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*** Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger ***
Die Bahá´í an Lech und Ammersee
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WM und Menschenrechte im Iran - der Fall der Baha'í
Ein offener Brief an den iranischen Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadinejad
von Dr. Henning Scherf, Bremer Bürgermeister a.D. sowie Gerhart Baum, Bundesminister a.D., Marieluise Beck, Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestages, Michael Burkert, Stadtverbandspräsident Saarbrücken, Marianne Heuwagen, Human Rights Watch, Willi Lemke, Senator für Bildung und Wissenschaft des Landes Bremen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, Mitglied des Deutschen Bundestages, Frank Lüdecke, Kabarettist, Autor, Anna Lührmann, Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Jürgen Micksch, Interkultureller Rat in Deutschland, Omid Nouripour, Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen, Christoph Strässer, SPD, Mitglied des Deutschen Bundestages, Florian Toncar, FDP, Mitglied des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Dean, Donald Bren School of Environmental Science and Management University of California Santa Barbara, USA, Dr. Alfred Weil, Deutsche Buddhistische Union
Sehr geehrter Herr Präsident!
Ihr Land nimmt an der Fußballweltmeisterschaft in der Bundesrepublik Deutschland teil, und Sie haben die Absicht erklärt, bei dieser Gelegenheit unser Land zu besuchen. Die Teilnahme an diesem internationalen sportlichen Wettstreit ist kein selbstverständliches Recht. Sie geschieht im Rahmen gegenseitiger Achtung und der Anerkennung von Regeln.
In Ihrem eigenen Land werden indessen die Rechte ganzer Bevölkerungsgruppen mit Füßen getreten. Den Angehörigen der Bahá’í-Religion, die mit über 300.000 Gläubigen die größte religiöse Minderheit in Ihrem Land darstellt, wird systematisch und staatlich angeordnet das Recht auf Religionsausübung verwehrt. Wir sind zutiefst darüber alarmiert, dass während Ihrer Regierungszeit eine neue Phase der existenziellen Bedrohung der Bahá’í sichtbar geworden ist. Die kollektive Verhaftung von 54 Bahá’í – überwiegend Jugendliche – am 19. Mai dieses Jahres in Schiraz ist nur das eklatanteste Beispiel aus jüngster Zeit. Der einzige „Vorwurf“, den man diesen jugendlichen Bahá’í bei der Verhaftung machen konnte, bestand darin, dass sie sozial benachteiligte Kinder in einer Schule ehrenamtlich unterrichteten. Dieser unglaubliche Übergriff zeigt wie berechtigt die Sorge der Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Religions- und Glaubensfreiheit, Frau Asma Jahangir, ist, die am 20. März 2006 in einer Presseerklärung bekannt gab, dass ein geheimer Brief des Obersten Kommandorates des iranischen Militärs eine totale Überwachung der Angehörigen der Bahá'í-Religion im Iran anordnet. Hierzu gehört auch eine aktuelle Serie von bislang über 30 Artikeln der offiziellen Teheraner Tageszeitung „Kayhan“, die die Bahá’í und ihre Religion systematisch öffentlich diffamieren und verurteilen. Radio und Fernsehen schlossen sich mit ähnlichen Beiträgen an. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass solche öffentlichen Kampagnen in Presse, Rundfunk und Fernsehen stets Gewalt, Mord und Totschlag an Männern, Frauen und Kindern zur Folge gehabt haben.
Verfolgung aus Gründen der Religion ist den Bahá’í im Geburtsland ihres Glaubens – dem Iran des 19. Jahrhunderts – nicht fremd. Gemäß der Verfassung der Islamischen Republik Iran aus dem Jahr 1980 werden ihnen sämtliche Bürgerrechte vorenthalten. Dies führte in der Folgezeit zu einer Welle von Hinrichtungen, Verhaftungen und Diskriminierungen. So sind seit Beginn der islamischen Revolution über 200 iranische Bahá’í allein ihrer religiösen Überzeugung wegen hingerichtet worden. Hunderte und Tausende wurden in Gefängnissen gefoltert, die gesamte Gemeinde durch ein Dekret des iranischen Generalstaatsanwaltes verboten, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen geschlossen, Heilige Stätten und Friedhöfe bis in die jüngste Zeit geschändet, zerstört, enteignet oder im Sinne der Revolution verwendet. Bahá’í im Iran ist es verboten, in öffentlichen Verwaltungen zu arbeiten und an Hochschulen zu studieren. Rentenzahlungen an Bahá’í sind im Iran eingestellt, wie ihnen auch Handel und Gewerbe tagtäglich erschwert wird.
Die Völkergemeinschaft, allen voran die Vereinten Nationen, hat auf diese Unterdrückung der friedliebenden Bahá’í, die sich weltweit für die Verständigung zwischen allen Völkern einsetzen, mit internationalen Protesten und Resolutionen geantwortet. Denn die massive Missachtung der Menschenrechte der Bahá’í und anderer Minderheiten in Ihrem Land ist keine inner-iranische Angelegenheit und für uns inakzeptabel.
Wir rufen Sie in Ihrer Eigenschaft als gewählter Präsident des Iran auf, endlich Ihrer Verpflichtung gegenüber den internationalen Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen – zu deren Vertragsstaaten Ihr Land gehört – nachzukommen. Gewähren Sie den Bahá’í und anderen unterdrückten Menschen Ihres Landes das Recht, ihre Religion auszuüben und normale Bürger Irans zu sein!